Modellierung des Verhaltens deutscher Touristen gegenüber Fernreisezielen in Krisenzeiten: das Beispiel Südafrika

Reiseverhalten
Eigenmittelprojekt
12.01.2023
Abgeschlossen

Projektlaufzeit

01.07.2022 - 31.12.2024

Projektbeschreibung

Vor dem Hintergrund multipler globaler Krisen (COVID-19, Krieg in der Ukraine, Klimawandel, Inflation) wird vielfach über sich ergebende Anpassungen im Reiseverhalten diskutiert. Insbesondere Fernreiseziele wie Südafrika scheinen infolgedessen für deutsche Reisewillige unattraktiver zu werden. Mit dieser Studie wurde am Beispiel von Südafrika das Zusammenwirken psychologischer Aspekte in der Wahrnehmung der Deutschen auf Reisewünsche und die Reiseabsicht nach Südafrika untersucht werden. Den theoretischen Hintergrund bildete die Theorie des geplanten Verhaltens (theory of planned behaviour, Ajzen 1991) bzw. deren Erweiterung im Rahmen des Modells des zielorientierten Verhaltens (Perugini & Bagozzi, 2001) wonach fünf Kernkomponenten (erwartete positve und negative Emotionen, Einstellung, subjektive Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle) die Wünsche, ein bestimmtes Verhalten auszuführen sowie die Verhaltensabsichten eines Individuums prägen. Gemäß dem Modell des zielorientierten Verhaltens bestimmt außerdem die Häufigkeit des Verhaltens in der Vergangenheit (z. B. Fernreiseziele besuchen) die Wünsche und Verhaltensabsichten. Mit der gleichzeitigen Analyse der Einflüsse intrinsischer und extrinischer Reisemotive sowie des Einflusses des allgemeinen Fernreisewunsches (Distance desire, siehe Cao et al., 2020) konnten zudem weitere Zusammenhänge untersucht und praxisrelevante Ableitungen getroffen werden.

Projektziele

Analyse verschiedener Einflussfaktoren auf den generellen Wunsch, in Krisenzeiten Fernreisen zu unternehmen (distance desire) sowie auf die Reiseabsicht nach Südafrika, um Reiseentscheidungen in unruhigen Zeiten besser zu verstehen.

Projektergebnisse

In Krisenzeiten sind hedonistische Reisemotive, eine hohe Risikoaffinität und frühere Fernreiseerfahrungen die Treiber für Fernreisewünsche, während soziodemografische Faktoren (z. B. Einkommen oder Alter) und der Wunsch, einen geringen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, keinen signifikanten dämpfenden Einfluss ausüben. Die allgemeinen Fernreisewünsche beeinflussen wiederum den Zusammenhang zwischen dem Image Südafrikas und der Reiseabsicht. Die Ergebnisse können dabei unterstützen, das Fernreiseverhalten in Krisenzeiten besser zu verstehen und damit auch zu beeinflussen, da sie verdeutlichen, welche Reisemotive und andere Faktoren den Wunsch nach Fernreisen in Deutschland bestimmen.

DITourismusforschung_TREES_Long_distance_travel_study_report_final_230411

Projektbeteiligte

Dr Tafadzwa Matiza, Research in Economics, Environs and Society: TREES der North West University (NWU), Südafrika

Website: https://commerce.nwu.ac.za/trees

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Kontakt im Deutschen Institut für Tourismusforschung