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Interview mit...
Anna Cölsch Amtierende Pfälzische Weinkönigin
Was sind deine Aufgaben als Pfälzische Weinkönigin?
Pfälzische Weinkönigin zu sein bedeutet, den Pfälzer Weinbau und die touristische Region Pfalz nach außen zu repräsentieren. Dazu gehören ca. 200 Termine im Jahr wie Fachveranstaltungen, Weinproben, Messen, Diskussionsrunden, Weinfeste sowie Social-Media-Arbeit auf dem @pfaelzische.weinhoheiten Account. Die Wahl zur Pfälzischen Weinkönigin findet jährlich im Rahmen des Deutschen Weinlesefestes statt und setzt neben Fachwissen auch Ausstrahlung, Kommunikationsstärke und Enthusiasmus für die Region voraus. Durch Schulungen in den Bereichen Wein, Sprachen, Medien und Auftritt werden wir gezielt auf diese Aufgaben vorbereitet. Mir ist es wichtig, Tradition und Moderne zu verbinden und zu zeigen, wie vielseitig und zukunftsfähig die Pfalz als Wein- und Tourismusregion ist. Für mich persönlich bedeutet dieses Jahr eine unheimlich große Menge an einmaligen Erfahrungen, für die ich unbeschreiblich dankbar bin.
Welche Entwicklungen beobachtest du aktuell in der Weinbranche?
Die Weinbranche steht aktuell vor großen Herausforderungen: ein global sinkender Konsum, Überproduktion und veränderte Trinkgewohnheiten. Gleichzeitig ist sie jedoch stark im Wandel und sehr innovativ. Besonders prägend sind das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein sowie ein Fokus auf traditionelle Produktionsweisen wie biologischer Anbau, spontan vergorene Weine oder auch biodynamische Bewirtschaftung. Auch alkoholarme und alkoholfreie Weine gewinnen an Bedeutung. Junge Generationen bringen neue Ideen in die Betriebe, experimentieren stärker und verbinden Innovation mit traditionellen Methoden. Insgesamt entwickelt sich der deutsche Weinbau qualitativ sehr positiv. Weinbau ist spannend, Weinbau ist dynamisch und aktiv im Wandel. Aber vor allem ist Weinbau auch moderner Genuss, der nicht kompliziert sein muss.
Welche Erwartungen hast du an den Tourismus in der Pfalz in 2026?
Auch abseits des Weinbaus hat unser Anbaugebiet touristisch vieles zu bieten. Ich wünsche mir für den Tourismus in der Pfalz 2026 ein weiteres Wachstum, besonders im Bereich Natur- und Erlebnistourismus. Neben dem Weinbau werden Angebote wie der Pfälzer Wald als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands, Naturerlebnisse in der Westpfalz, Draisinenfahrten und Mitmach-Museen stärker nachgefragt. Gerade dieser Erlebnistourismus bietet großes Potenzial für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Tourismus in der Region.
Welches Potenzial siehst du für die Pfalz in der Verknüpfung von Wein und Tourismus?
Weinbau und Tourismus sind wohl in keinem Bundesland so eng miteinander verbunden wie in Rheinland-Pfalz. Beides ist co-abhängig voneinander. Ich wünsche mir, dass der pfälzische Tourismus in der Kommunikation nach außen noch mehr mit Weinerlebnissen verknüpft wird, um den persönlichen Kontakt zwischen Touristen und unseren Winzerinnen und Winzern zu fördern. Die Pfälzer sind ein offenes, direktes, ehrliches, lustiges und sehr eigenes Völkchen. Und genauso sind auch unsere Weine: ehrlich, charaktervoll und spannend! Dieser direkte Kontakt ist in einer emotionsgetragenen Branche wie dieser unbeschreiblich wichtig. Sei es auf Endverbrauchermessen wie „Wein am Dom“ oder einfach auf einem unserer Pfälzer Wein- und Hoffeste – hier können Produzent und Konsument voneinander lernen.
Welche konkreten Projekte oder Vorhaben möchtest du im Jahr 2026 in deiner Rolle als Pfälzische Weinkönigin umsetzen?
Neben den festen Terminen des Amtes möchte ich vor allem die Kommunikation rund um Wein weiter öffnen und vereinfachen. Über Social Media, Wissensformate und Aktionen soll Wein nahbar, verständlich und unkompliziert vermittelt werden – insbesondere für junge Menschen. Wein soll als Genussmoment verstanden werden, bei dem Herkunft, Handwerk und Regionalität im Mittelpunkt stehen. Deutschen Wein trinken, regionale Weine kaufen, regionale Menschen kennenlernen.
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